20
August
2008

Bergsteiger und Talsitzer

Wer auf die Berge steigt, steht in größerer Gefahr, abzustürzen, als der, der immer nur im Tal bleibt. Und wenn dann wieder einer abgestürzt ist, reden die Talsitzer: “Da sieht man, wohin das Bergsteigen führt. Er wäre besser bei uns im Tal geblieben.” Reden sie recht?

19 Kommentare

  1. Robert:

    Nein. Immer nur im Tal sitzen erinnert mich an sog. “Hühnermentalität” die nur ihren Korn im Sand pickt. Einen anderen Blick kennt die Henne nicht. Wenn sie was anderes sieht lächelt sie was isn das?…

  2. Peter:

    Ist das eine Anspielung auf aktuelle Ereignisse oder ein allgemeiner Gedanke zur Urlaubszeit – wie Strandhocker und Meerschwimmer? :-)

  3. ZziissyY:

    *thumbs up*

  4. riverofgod - feurig im strom gottes » Blog Archive » Wiederherstellung nach Gottes Art:

    [...] […] Haso schreibt: Wer auf die Berge steigt, steht in größerer Gefahr, abzustürzen, als der, der immer nur im Tal [...]

  5. Micha/JF Chemnitz:

    hmm. komisch.

    ich kann mich voll und ganz mit den Talsitzern identifizieren … und bin der Meinung, dass es zumindest nicht falsch ist. Ob das rechtes Reden ist weiß ich nicht, denn es wäre viel zu einseitig.

    Machtkonzentration und ganz im Mittelpunkt stehen, also “auf dem Berg sein”, tut allermeistens nicht gut.

  6. wesmont:

    Ja ja, bei Moses war es so arg mit dem Berg, dass er sich beim Abstieg das ganze Gesicht verbunden hat. Wär er nur unten geblieben gäbs kein goldenes Kalb und die Leute hätten ihn auch nicht komisch angeschaut.

  7. Günter J. Matthia:

    Nein, sie reden nicht recht.

    Ich meine, dass es eine Mentalitäts- und /oder Charakterfrage ist, zu welcher Gruppe jemand zählt. Mischformen mag es auch noch geben.
    Ich würde persönlich lieber auf den Berg steigen und meinetwegen nur die Hälfte, oder gar nur ein Viertel schaffen, als ein Leben lang im Tal zu sitzen und mich zu fragen, wie es wohl gewesen wäre, wenn ich den Aufstieg begonnen hätte…
    Andere sind sehr glücklich damit, nichts zu unternehmen, Zuschauer zu sein. Sie verbringen ihr Leben auf dem Sofa vor dem Fernsehschirm, Popcorn oder Salzstangen, Bier oder Wein zur Hand. Das dürfen sie gerne, meinetwegen. Nur sollten sie dann nicht über diejenigen urteilen, die nicht mit der Untätigkeit zufrieden sind. Sind es nicht gerade die Bergsteiger, die das Zuschauerleben der Talsitzer ein wenig unterhaltsamer machen?

    Daher reden sie nicht recht, die Talsitzer.

  8. haso:

    @peter: reiner urlaubsaphorismus ;-)

  9. Dirk:

    @Günter:
    Wenn Du schon davon schreibst …. also, ich würde gerne auf den Gipfel steigen und oben die Flasche Rotwein in meinen Rachen kippen!

  10. Peter:

    Also von manchen Gipfeln kommt man mit einer Flasche Roten intus nicht mehr heil runter. Ob haso solche Abstürze gemeint hat?

  11. haso:

    @peter: ich wollte dirk auch schon warnen. aber vielleicht kann man daraus auch noch eine parabel machen: man sollte nicht dinge aufs bergsteigen schieben, die in wirklichkeit am rotwein liegen ;-)

  12. Günter J. Matthia:

    Also Rotwein ist auf dem Sofa wohl bekömmlicher. Die dünne Luft da oben plus Alkohol…
    Wie wäre es, wenn wir erst auf den Berg stiegen und dann nach der glücklichen Rückkehr den Wein tränken?

  13. Königstochter:

    Sehr nett auf den Punkt gebracht, lieber Haso!

    Momentan gehen mir manche Talsitzer hin und wieder gehörig auf den Zwirn ((jaja, ich abreite dran…). Vor allem, wenn sie meinen das Recht zu haben, den mutigen BErgsteiger noch von hinten in die Nieren zu treten, da er doch so blöde war abzustürzen. Und überhaupt, wir haben´s ja alle schon vorher gewusst!

    Traurig, dass sich hierzulande niemand mehr traut, Fehler zu machen…

  14. Dirk:

    Pauschal würde ich das Trinken von Rotwein auf dem Berggipfel nicht ablehnen.
    Es gibt m.E. zu viele Varianten.
    So müsste ergründet werden, wie hoch der Berg wirklich ist. Oder erscheint er nur hoch, weil wir vorher schon viel Rotwein getrunken haben?
    Weiterhin wäre zu prüfen, wie groß die Flasche Rotwein ist. Handelt es sich womöglich um ein Mini-Format oder geht es mehr um das Sangria-Eimer-Format? Und ist der Rotwein vielleicht das einzig verfügbare Getränk, was dann natürlich wieder ein Indiz dafür wäre, dass man die Reise unter Alkoholeinfluss geplant haben könnte …
    wie dem auch sei:
    Hauptsache auf den Hügel und irgendwo und irgendwie sei der Rotwein nachgeschaltet!

  15. Peter:

    Die Absturzgefahr ohne Rausch implizierte doch mehr als einen Hügel, den auch die Talsitzer am Sonntagnachmittag bezwingen (z.B. mit dem Auto…).

    Aber man kann ja auch ernsthafte Berge besteigen, oben die Flasche köpfen und (wenn man die Route richtig gewählt hat) mit der Seilbahn relativ ungefährdet wieder ins Tal fahren.

  16. Micha/JF Chemnitz:

    hmm. ich korrigiere mich noch mal:

    gegen Bergsteigen ist nix einzuwenden.
    Is ja ne feine Sache.
    Am liebsten sind mir die Bergsteiger, die irgend nen Gipfel ohne großes Trara erklimmen, den Aufstieg, das Ankommen, die Aussicht und den Abstieg einfach nur genießen.

    Ich hab vermutlich nur bissl meine Bedenken bei der Sorte Bergsteigern, die ein Riesenbrimborium drum machen, weil sie sich damit in den Mittelpunkt stellen wollen und deshalb ihren Aufstieg breit im Fernsehen live zeigen usw. Oder sich über andere stellen wollen und deshalb hochklettern.

  17. haso:

    @micha: woher weißt du, dass sie sich in den mittelpunkt stellen wollen?

  18. Thomas:

    komisch, ich hab noch keine bergbesteigung live im fernsehen gesehn.

  19. Micha/JF Chemnitz:

    @haso: weil sie es sonst nicht tun würden, sich in den mittelpunkt zu stellen.

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