27
August
2008

Zwei Fragen eines Freundes

Ein Freund stellte mir in seiner letzten Email zwei Fragen.

1) Warum gibt es in Läden wie Dussmann oder Hugendubel keine christliche CD´s oder Bücher … sollte man da was tun?

2) Liegt es nicht auch daran, dass es in manchen Läden keine Bibeln gibt, da sich Christen fast alles in christlichen Kreisen kaufen? … Ich gehe ab und an in Läden und frage nach einer Bibel … damit können einige gar nichts anfangen …

Leider bin ich (derzeit) die falsche Adresse für solche Fragen, da ich Bücher nur online kaufe. (Immerhin leihe ich mir christliche Bücher über die Fernleihe meiner säkularen Stadtbibliothek ;-) ) Aber mir gefällt folgendes Gedankenspiel: Wie wäre es, wenn wir unsere “fromme” Literatur in normalen Buchläden kaufen würden (wahrscheinlich hat der Buchhändler Bestellstress, aber er lernt exotische Verlage kennen) und dafür auf den Büchertischen unserer Gemeinden mehr säkulare Bücher angeboten würden – und zwar solche, die Christen mit dem Denken und den sozialen Verhältnissen ihres gesellschaftlichen Umfeldes in Berührung bringen?

11 Kommentare

  1. Tobi:

    Fromme Literatur in säkularen Geschäften zu kaufen ist eine sehr gute Idee, vielleicht könnte man dadurch etwas bewegen. Was geschieht dann aber mit den christlichen Buchhändlern? Wir haben einen christlichen Buchladen in Marburg, der davon nicht wirklich profitieren würde…

    Säkulare Literatur auf Büchertischen in Gemeinden habe ich schon gesehen und muss sagen, dass mir auch dieser Gedanke gefällt. Warum sollten Christen immer nur Bücher lesen, die von Christen geschrieben wurden, wenn es auch gute, informative Literatur (zu Zeitgeist, Gesellschaft, etc.) aus dem säkularen Bereich gibt?

  2. Norbi:

    Ich finde die iDee auch gut allerdings gibt es bei uns in Köln, einen christlichen Buchladen der auf die Unterstützung der Christen pocht da er sonst pleite geht, er verzieht immer sein Gesicht wenn man erzählt das man bei Amazon kauft. Zu säkularen Büchern kann ich nichts sagen weil ich solche nicht lese, da lese ich eher Zeitung und Magazine

  3. Günter J. Matthia:

    Die Idee, in ganz normalen Buchläden »christliche« Bücher (was ist das eigentlich genau?) zu kaufen, ist hierzulande sicher ungewöhnlich. In Amerika findet man überall in den Buch- und Medienläden und in den Malls oder bei Wall Mart die »frommen« Sachen, Bibeln, Bücher, Anbetungs-Musik, Filme (Peretti zum beispiel)…
    Das liegt sicher mit daran, dass die Ware dort tatsächlich gekauft wird. Kein Buchhändler wird sich den Laden mit Sachen vollstopfen, die er nicht loswird. Wenn ein Buch mit christlicher Thematik zum Bestseller wird, ist es natürlich auch bei Hugendubel und Co. zu finden. Aber das ist eher selten der Fall, von Ausnahmen wie Ratzinger oder Hahne mal abgesehen.

    An den Büchertischen der Gemeinden und in den christlichen Buchläden gilt das gleiche – wer würde denn dort Frank Schätzing oder Thomas Mann kaufen? Kaum jemand, vermutlich. Also bliebe man auf den Büchern sitzen – und bestellt sich gar nicht erst. Auch hier gibt es gelegentliche Ausnahmen: Die Johnny Cash Biographie war zumindest in unserer Gemeinde erhältlich…

  4. storch:

    ich kaufe NIE in christlichen buchläden. weiss aber nicht, ob das was bringt.

  5. ZziissyY:

    Diese Geschichte ist wirklich so ein “schmaler Grad”
    Ich finde es selbst sehr schade, dass wir Christen uns in unseren Kreisen immer schön zusammentun und dabei immer mehr aus der Weltgeschichte verschwinden (Dies wäre ja theoretisch das Gegenteil vom Missionsbefehl). Und die Sache mit den Buchhandlungen ist ja ein so ein Punkt, in dem wir Christen uns von der Welt “isolieren”
    Andererseits würden christliche Buchläden, die sich ja so schon kaum über Wasser halten können, ja sonst den Bach runtergehn…

    Das mit den säkularen Büchern auf dem Büchertisch find ich ne interessante Sache, solange es nicht um Bücher geht, die gegen die Bibel sprechen (natürlich).
    Immerhin gibt es nichtchristliche Bücher, die geistlich sogar noch besser drauf sind, als so manche christlichen Bücher.

  6. ZziissyY:

    übrigens: Wenn es keine christlichen Buchhandlungen geben würde, wäre doch in weltlichen Buchhandlungen die Nachfrage nach christlichen Büchern größer…

  7. haso:

    die frage nach der existenzgrundlage christlicher buchläden löst bei mir zwiespältige gedanken aus. einerseits sind die leute ja oft angetreten, um eine christliche präsenz im öffentlichen bereich zu schaffen, missionarisch zu sein usw. da ist mir nicht egal, ob er oder sie davon leben kann oder nicht.

    andererseits ist es ein misslicher zustand, wenn christliche einrichtungen sich in ihrer bestehenden form überlebt haben, aber weitergeführt werden, weil jemand ddavon leben muss. da lässt sich aus der ferne schlecht raten. man sollte aber, statt auf biegen und brechen über wasser halten oder retten zu wollen, alternativen erwägen. wie wäre es, dass sortiment zu erweitern und eine ganz normale bücherstube zu werden, in der dann nichtchristen, die ganz normale literatur einkaufen wollen, zusätzlich einem guten sortiment christlicher literatur zu begegnen?

  8. Christian:

    Ich war vor kurzem beim one.fishmart in Dettingen/Teck (www.fishmart.org) und war begeistert davon, dass das Sortiment quer gestreut ist (“christlich” und “nichtchristlich”). In diesem kleineren Ort erfüllt der Laden einfach das Bedürfnis nach einem guten Buchladen mit Kaffee-Ecke – und bietet sicher Christen und Nichtchristen beidermaßen die Chance, Neues zu entdecken.

  9. Britta:

    Ich war gestern in einem stinknormalen Buchladen und habe in der oberen Etage mit der Fachliteratur im Bereich “Religion” tatsächlich ein Exemplar der Volxbibel gefunden!!!

    Ich hab doch ein bißchen gestaunt!
    Ein paar Regale weiter hatte sich vorher ein Mädel für eine Freundin nach Büchern über Schamanen und Hexenkulte erkundigt – genau wegen solcher vom Chef gewollten Beratungen hat ein Bekannter von mir seinen Job als Buchhändler aufgegeben – aber vielleicht kauft ja auch jemand der auf der suche nach Spirituellen erleuchtungen ist ja auch mal eine (Volx) Bibel

  10. Martin.D:

    Ich denke auch hier zieht das Gesetz von “Angebot und Nachfrage”. Wenn Christens nur bei Christens einkaufen, wird es auch in absehbarer Zeit keine christliche Bücherecken neben dem Esoregal in der Thalia geben. Das ist auch der Grund, warum es die Volxbibel in manche Läden geschafft hat @Britta. Es gab einfach genug Leute, die im Geschäft gefragt haben: “Gibt es bei euch auch die Volxbibel?” Spätestens nach dem Dritten potenziellen Käufer überlegt es sich der “profitgeile” Buchhändler zweimal, ob er nicht auch eine Exemeplar in das Regal stellen sollte. Zu bestellen gibt es mittlerweile den Großteil alle christlicher Bücher beim selben Großhändler, der auch Harry Potter liefert. Die beiden fettesten Buchgroßhändler in Deutschland sind Libri und Knö.

  11. Hasos Tafel » Nachtrag zu “Zwei Fragen eines Freundes”:

    [...] Kürzlich wurde hier diskutiert, ob Christen “fromme” Bücher in säkularen Läden kaufen sollten. Anlass war ein Auszug aus einer Mail eines Freundes, der dies regelmäßig tut. Gestern bekam ich von ihm eine weitere Mail, in der er folgendes berichtet: [...]

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