8
September
2006

was sehen wir, wenn wir auf Jesus sehen? (1)

Hebräer 12:3 sagt nach der Elberfelderübersetzung: “… betrachtet den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermüdet und in euren Seelen ermattet!” Andere deutsche Übersetzungen übersetzen in Richtung “bedenken”. Rein vom Wort her ist das so auch richtiger, analogizomai bedeutet “abwägen, bedenken, usw.” Dennoch finde ich die Elberfelder Übersetzungsvariante gelungen, denn genau das ist ja der Sinn bei tiefem Nachdenken über Jesus, dass ein innneres Bild entsteht. Nach meinem Verständnis hat dieses “erwägen” die bedeutung von Meditation, einem fortwährenden, tiefen kreisen der Gedanken um Jesus.

Eine andere Stelle im Hebräerbrief greift den Gedanken noch einmal auf und führt ihn fort:
… Laßt uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist, und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; … (Hebräer 12,1-2 nach der Einheitsübersetzung). Hier schreibt die Elberfelder “hinschauen”, Schlachter “im Aufblick”. Alle drei Varianten geben das griechische aphoraoo gut wieder. Es bedeutet hinsehen, “etwas mit den Augen fixieren”. Irgendwo las ich sogar, es kann bedeuten “von allem anderen wegsehend sich auf eine Sache konzentrieren”. Leider kann ich das Zitat nicht nachweisen.

Was auf jeden Fall dabei herauskommt ist, dass wir auf Jesus schauen sollen. Dass wir uns mit ihm auseinandersetzen sollen bis ein inneres Bild entsteht, dass die “erleuchteten Augen unseres Herzens” (Epheser 1,18) ihn sehen sollen. Hier kommt auch die christliche Redewendung her, dass wir “auf Jesus sehen sollen.”

In den letzten Tagen beim beten habe ich mir immer wieder die Frage gestellt “was sehe ich, wenn ich auf Jesus sehe?”
Man kann diese Frage ganz unterschiedlich beantworten, ja nachdem in welchem Stadium seines Lebens man Jesus sieht, also womit man sich gerade beschäftigt. Wenn ich die evangelien lese sehe ich meistens Jesus, den Freund der Sünder, der heilend, segnend und predigend durch die Lande zog. Im Lobpreis sehe ich oft den erhöhten und verherrlichten Jesus vor mir (Philipper 2,9ff). Aber in den letzten Tagen sehe ich den Jesus dazwischen vor mir. Den gekreuzigten Jesus. Ich habe ein Kruzifix mit Korpus vor mir auf dem Schreibtisch stehen. Alex hat es mir einmal geschenkt. Es ist schon was älter, einige Finger sind abgebrochen, aber es hilft mir, den gekreuzigten Jesus zu sehen.

Ich teile diesen Post. Bevor ich morgen schreibe, was das Wort uns zeigt, wie wir Jesus sehen können bitte ich Euch, selber Bibel zu lesen, zu beten und zu beobachten was Ihr seht, wenn Ihr Jesus seht. Mich würde das wirklich interessieren, benutzt also auch gerne die Kommentarfunktion.

[Original wurde am 22.09.05 gepostet]

4 Kommentare

  1. TrüLo:

    Ich seh einen traurigen Jesus.
    Aber ich bin selber grad traurig, vielleicht deswegen…

  2. TrüLo:

    Immernoch, immernoch ein trauriger Jesus. Was soll das? Er trug unsere Schmerzen. Trägt er meine Traurigkeit? Wie denn? Was soll der Sch**ß? Er brauch doch jetzt nicht traurig sein. Hätte er doch denen geholfen, die um Hilfe gebettelt haben, dann wär ich nicht traurig, dann bräucht er das nicht tragen und er hätte noch ein paar Schäfchen mehr. Ich dachte mal, wenns Gott gibt, dann is alles gut und wenn ich glaube, dann geht ne tolle Zeit los. Sch**ßdreck, alles wird immer schwerer, undurchsichtiger, schlimmer, trauriger. aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaargs
    Trauriger Jesus… was immer das bedeuten soll…

  3. TrüLo:

    Tschuldigung, war wohl kaum Deine Frage *schäm*

  4. T-Shirts und was einem damit passieren kann « KOW’s Blog:

    [...] Interessanterweise hat just heute Storch, die Vertretung von Haso, eben diesen Vers ausgelegt. Das Thema dabei lautete: “Was wir sehen, wenn wir auf Jesus sehen” Teil 1, quasi die Vorbereitung aufs Thema gabs schon gestern und heute dann Teil zwei. Beides sehr lesenswert. [...]

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