6
November
2006

Ted Haggard – doch noch ein Kommentar

Zunächst die Fakten, die weniger bekannt zu sein scheinen, als ich vermutet hatte. Ted Haggard – Gründer und Hauptpastor der New Life Church (14.000 Mitglieder) in Colorado Springs, Leiter des World Prayer Centers, Präsident der National Association of Evangelicals (NAE; 30.000.000 Mitglieder), laut Wall Street Journal geistlicher Berater des Weißen Hauses mit wöchentlichem Telefonkontakt, von der Zeitschrift Time zu den 25 einflussreichsten Evangelikalen in den USA gezählt – setzt sich öffentlich für eine Verfassungsänderung ein, die “Homo-Ehen” in Colorado verbieten würde.

Am 2. November 2006, kurz vor den Wahlen, bei denen auch über diese Verfassungsänderung abgestimmt wird, tritt ein Callboy im lokalen Radio und Fernsehen auf und beschuldigt Haggard, ihn seit drei Jahren für Sex bezahlt und sich dabei mit Methamphetamin stimuliert zu haben. Einen Test mit Lügendetektor besteht dieser Mann nicht, kann aber Aufzeichnungen von Telefongesprächen mit Haggard vorlegen. Haggard tritt von allen Leitungsämter zurück, bestreitet öffentlich zunächst sexuelle Kontakte, gibt aber in einem Fernsehinterview zu, Drogen gekauft – jedoch nicht konsumiert – zu haben. Weitere Eingeständnisse gegenüber den Verantwortlichen der New Life Church (über deren Ausmaß nichts bekannt wird) führen am 4. November zu seiner Entlassung.

Am 5. November wird im Gottesdienst der Gemeinde ein Brief von Haggard verlesen, in dem es unter anderem heißt:

I alone am responsible for the confusion caused by my inconsistent statements. The fact is, I am guilty of sexual immorality, and I take responsibility for the entire problem.

I am a deceiver and a liar. There is a part of my life that is so repulsive and dark that I’ve been warring against it all of my adult life.

For extended periods of time, I would enjoy victory and rejoice in freedom. Then, from time to time, the dirt that I thought was gone would resurface, and I would find myself thinking thoughts and experiencing desires that were contrary to everything I believe and teach.

Through the years, I’ve sought assistance in a variety of ways, with none of them proving to be effective in me. Then, because of pride, I began deceiving those I love the most because I didn’t want to hurt or disappoint them.

The public person I was wasn’t a lie; it was just incomplete. When I stopped communicating about my problems, the darkness increased and finally dominated me. As a result, I did things that were contrary to everything I believe.

The accusations that have been leveled against me are not all true, but enough of them are true that I have been appropriately and lovingly removed from ministry.

Wenn dein Nächster sündigt

Es gibt wenig Anlässe, die so viel Bedachtsamkeit erfordern wie die Sünde unseres Bruders. In gewisser Hinsicht kann seine Sünde für uns gefährlicher sein als unsere eigene. Wenn wir selbst einen Fehltritt begehen, stehen wir nicht so sehr in Gefahr, das Terrain der Gnade zu verlassen. Doch wenn er sich etwas zuschulden kommen lässt, haben wir mit allem, was wir gegen ihn sagen, “recht”. Und manchmal ist es gefährlich, recht zu haben.

Als Noah, der alte Gottesmann, einen Weinberg anbaute, wusste er mit dem Erzeugnis nicht umzugehen. Am Ende lag er betrunken und nackt in seinem Zelt. Der Rest bleibt unserer Phantasie überlassen. Wir lesen nichts davon, dass dieser Fauxpas ihm geschadet hätte. Wir lesen aber sehr wohl, dass die Reaktion seiner Söhne auf den Fauxpas ihres Vater das Schicksal ihrer Nachkommen auf Generationen hinaus beeinflusste. Kanaan feixte über die Schande seines Vaters und wurde verflucht. Sem und Jafet bedeckten die Schande ihres Vaters und wurden gesegnet (Genesis 9,20-29).

Im Neuen Bund ruht Gottes uneingeschränktes Wohlgefallen auf allen, die an Jesus glauben. Gott ist viel mehr für uns, als manche meiner Leser mir in der Vergangenheit glauben wollten. Es gibt keinen Unmut Gottes gegen seine Kinder – mit einer Ausnahme. Ein einziges Mal wird im NT berichtet, dass Gott sauer auf einen der Seinen wird (Matthäus 18,34). Der Knecht, dem ein anderer etwas schuldig ist, zieht sich den Zorn des Königs zu, weil er im Umgang mit seinem schuldigen Mitknecht den Bereich der Gnade und Großzügigkeit verlässt. Wenn einer meiner Leser zur Lässigkeit neigt, dann rate ich ihm, eher lässig in der eigenen Heiligung zu sein als in der Großzügigkeit gegenüber dem irrenden Bruder. (Meine Leserinnen verzeihen mir, dass ich keine Lust habe, in “gerechter Sprache” ständig die Schwester hinzuzufügen.)

Manchmal bin ich betroffen, wie viel fromm verbrämte Aggressivität mir in Blogs, Kommentaren und Foren begegnet. Man muss nur überzeugt sein, dass der andere ein Irrlehrer oder sonstwie außerhalb der Spur ist, und schon darf man ihn an den Pranger stellen – meint man. Man irre sich nicht. Der Gott der Gnade lässt sich nicht spotten.

Du sitzest und redest wider deinen Bruder; deiner Mutter Sohn verleumdest du. Das tust du, und ich schweige; da meinst du, ich sei so wie du. Aber ich will dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen. (Psalm 50,20-21)

Nur scheinbar wird die Situation dadurch komplizierter, dass wir andererseits doch auch Stellung beziehen müssen – oder? Wurde nicht Eli von Gott zur Rechenschaft gezogen, weil er den Frevel seiner “Buben” tolerierte? Ja. Aber Eli wurde von Gott nicht zur Rechenschaft gezogen, weil er nichts gegen die Sünde in Nineveh oder Damaskus unternahm. Er hatte seinen Verantwortungsbereich, in dem er bestimmte Dinge hätte klären sollen. Ich habe in meinem Leben manche Verantwortung im Reich Gottes getragen, und ich musste in einigen schmerzhaften Fällen Position beziehen. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen versucht, meiner Verantwortung vor Gott und Menschen gerecht zu werden, und ich gebe zu, dass es mir nicht immer gelungen ist.

Aber das ist etwas anderes, als wenn wir uns in Zeiten christlicher Nachrichtenmagazine und schneller Internetkommunikation zum Hüter des Bayerischen Waldes oder zum Wächter einer anderen Konfession berufen fühlen. Wir sollten vorsichtig sein, wann wir urteilen und wo wir Stellung beziehen. Wenn wir meinen, die Verantwortung lege uns die Pflicht eines kritischen Votums auf, dann lasst es uns mutig und im Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes tun. Sonst schweigen wir besser – zum eigenen Vorteil.

Zurück zu Ted Haggard. Ich habe einige Fragen.

Warum passiert, was passiert?

Leute wie Ted Haggard werden nicht Pastor, um ein Doppelleben zu führen. Sie beschließen nicht, Gott und Menschen zu betrügen. Sie sind Christen wie du und ich, die irgendwann angetreten sind, um für Gott etwas zu bewegen. “The public I was wasn´t a lie; it was just incomplete … As a result, I did things that were contrary to everything I believe”, schreibt Haggard.

Doch Leute wie er haben – genau wie du und ich – ihre Achillesferse. Und sie schützen sich nicht ausreichend. Ted Haggard kannte, wie sein Brief an die Gemeinde zeigt, seit vielen Jahren seine Schwachstelle.

There is a part of my life that is so repulsive and dark that I´ve been warring against it all of my adult life.

Dennoch machte er evangelistische Besuche in Schwulenbars zu einem Teil seines Dienstes und lud die Leute in seine Gemeinde ein. Leser von Hasos Tafel wissen, dass ich einen “missionalen” Lebensstil befürworte. Wir gehören dahin, wo die Menschen sind. Wir gehören dahin, wo die Menschen sind, die keine christlichen Lebensstil pflegen. Doch missionaler Lebensstil verträgt sich mit gesundem Menschenverstand. Es ist fraglich, ob wir dahin berufen sind, wo auf unsere größte Schwachstelle die größte Versuchung wartet. Schon mancher hat seine Zielgruppe da gesucht, wo er unterschwellig fasziniert war.

Vor vielen Jahren hatte ich eine Begegnung mit zwei Frauen, die ebenso gern wie ungesund Befreiungsdienste praktizierten. Ich fand heraus, dass sie vor ihrer Bekehrung Wahrsagerinnen gewesen waren. Und ich fürchte, sie hatten ihre Identität immer noch mehr in ihrer Vergangenheit als in Christus. Sie hatten ihre okkulte Praxis aufgegeben, aber es schien, als habe der Okkultismus seine Faszination für sie nicht verloren. War ihr (unbewusstes) Motiv für Befreiungsdienste, dass sie auf diese Weise sich immer noch im Umfeld des Faszinosums bewegen konnten?

Wenn Gott dich zu seltsamen Locations und zu schrägen Typen sendet, preise ich ihn und deinen Dienst. Aber sei sicher, dass “die Liebe Christi dich dringt” und nicht eine riskante Anziehungskraft.

Ted Haggard schreibt weiter:

Through the years, I´ve thought assistance in a variety of ways, with none of them proving to be effective in me. Then, because of pride, I began deceiving those I love the most because I didn´t want to hurt or disappoint them.

Je mehr Verantwortung wir für andere übernehmen, desto wichtiger ist, dass wir Vorbilder sind und unser Leben die Werte verkörpert, die unseren Dienst kennzeichnen. Doch dieser Anspruch wird leicht zum Fluch, wenn am Ende nur noch die fromme Erwartung an den Leiter übrig bleibt, aber mit Schwächen nicht mehr ehrlich umgegangen und Sünde nicht mehr gebeichtet werden kann. Ted Haggard hat die Hauptverantwortung seinem eigenen Stolz zugeschrieben. Ich frage dennoch:

Warum hat ein Leiter Angst, die Menschen, die er liebt, zu verletzen und zu enttäuschen, wenn er ihnen mitteilt, dass er in einem bestimmten Bereich seines Lebens gefährdet ist? Müsste er diese Angst haben, wenn er und die Menschen, die er liebt, das Evangelium wirklich verstanden hätten?

Wir brauchen den Schutz von offenen, ehrlichen Beziehungen. Wir brauchen Leute, die uns so gut kennen, dass sie in unser Leben hineinsprechen können, wenn sie Warnsignale erkennen. Wir brauchen Leute, denen wir unsere Achillesferse zeigen können, und die uns helfen, uns zu schützen. Was wir nicht brauchen, sind Formen von geistlichem Dienst, die den “Diener” in die Position eines geistlichen Supermanns drängen, der uns ja nicht enttäuschen darf.

Reinhold Scharnowski, der ein Jahr die New Life Church von Ted Haggard besuchte und ihn persönlich kennenlernte, schreibt in seinem Blog:

The Church SHOULD NOT produce positions that are simply too big for men to live in utter honesty.

Ein Fehler des Systems?

Noch in einer anderen Hinsicht könnte der “Fall” Ted Haggard auf einen Fehler des Systems hinweisen. Seit einigen Jahren erfährt man immer wieder, dass bekannte Leiter in Sünde fallen. Leute, die öffentlich eine klare Stellung gegen Unmoral beziehen, werden der gleichen Dinge schuldig, gegen die sie zu Felde ziehen. So nehmen die Klagen zu, dass in der Gesellschaft christliche Werte verloren gehen und dass in der Gemeinde Ehebruch, Scheidung, Abtreibung, Homosexualität und anderes genauso auf dem Vormarsch sind wie in der Gesellschaft.

Ich stelle eine herausfordernde Frage: Besteht zwischen beidem ein verborgener Zusammenhang. Holen wir uns als Moralvertreter die Probleme selbst ins Haus, gegen die wir öffentlich einen Kreuzzug führen? Paulus schreibt:

Deshalb bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, jeder, der da richtet; denn worin du den anderen richtest, verdammst du dich selbst; denn du, der du richtest, tust dasselbe. (Römer 2,1)

Wir werden dem gleich, den wir hassen und verurteilen. Wenn wir Christen Sünder hassen, wenn wir Schwulen die Schuld am Niedergang von New Orleans geben, wenn wir die Todesstrafe für Gewaltverbrecher fordern, wenn wir Ehebrecher und Abtreibende verurteilen – dann dürfen wir uns nicht wundern, dass diese Dinge bei uns Einzug halten.

Hier sind wir zurück beim Thema Gnade. Es gibt nur eins, was stärker ist als Sünde – die Gnade (Römer 5,20). Wenn wir wollen, dass die Sünde in unserer Gesellschaft (und in der Gemeinde) zurückgedrängt wird, müssen wir anfangen, die Sünder zu lieben wie nie zuvor. Wir brauchen Gnadenapostel und keine Moralapostel. Wir brauchen Heilspropheten und keine Unheilspropheten. Wir brauchen Evangelisten, die das Evangelium predigen und nicht das Gesetz. Wir brauchen Hirten, die keine Hirtenhunde sind. Wir brauchen Lehrer, die den Neuen Bund lehren und die den Neuen Bund leben.

Wie wir auf Sünde – die Sünde der Gesellschaft und die Sünde des Bruders – reagieren, verrät mehr über uns, als uns lieb sein mag. Und es hat tiefere Auswirkungen auf uns selbst, als wir ahnen. Jack Frost von Shiloh Place Ministries hat viel mit geistlichen Leitern gearbeitet, die in Sünde gefallen waren. In einer Predigt hörte ich ihn von einer Erfahrung berichten, die er in diesem Dienst gemacht hat:

Gemeinden, die einen “gefallenen” Leiter verstießen, erlebten ausnahmslos einen Niedergang. Gemeinden, die ihn zwar (für eine Zeit) vom Dienst suspendierten, aber ihn mit Liebe und Fürsorge behandelten (z.B. sein Gehalt weiterzahlten, damit er und seine Familie sich den schwierigen seelsorgerlichen Prozessen ohne existentielle Sorgen stellen konnten), erlebten ausnahmslos einen – auch finanziellen – Aufschwung.

Noch einmal: Man irre sich nicht. Der Gott der Gnade lässt sich nicht spotten. Was der Mensch sät, das wird er ernten. Nur wer Gnade sät, wird Gnade ernten.

Ich wünsche Ted Haggard (samt seiner Familie), dass er Gnade findet: Gnade bei seiner Gemeinde, Gnade bei den Leitern, die ihm jetzt zur Seite stehen, Gnade bei seiner Familie, die die öffentliche Schande verkraften muss, Gnade bei Gott und Gnade bei sich selbst.

Und ich hoffe, dass viele etwas lernen und etwas Gutes herauskommt. Wie Reinhold Scharnowski schreibt:

Lord, let this be a time of some myths dying and some resurrection power coming out of this.

31 Kommentare

  1. Kerstin:

    Danke.
    Danke für die Zeit, Barmherzigkeit, Weisheit und Erfahrung in diesem Posting.
    Du schreibst mit so viel Herz, dass ich ganz oft kaum wage, irgendetwas zu erwidern, weil ich das nicht kaputt machen will, was du geschrieben hast. No kidding.
    (manchmal erwidere ich trotzdem was)

  2. Der Sämann:

    [Aus dem Netz gezogen] Haso über Ted…

    Vielleicht hast Du schon von Ted Haggard gehört, dessen Fall gerade in den Medien breitgetreten wird. Auf vielen Blogs, die ich schätze ist er schon bedacht worden. Ich will mich dazu nicht wirklich äußern, Dir aber diesen Post von Haso ans Herz ……

  3. mzeecedric:

    amen.

  4. Günter J. Matthia:

    Haso, Du sprichst mir mal wieder aus dem Herzen!

  5. Christian:

    Danke für diesen exzellenten Beitrag.

    ‘Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder mit.’
    1Kor 12.26

    Wie wünschte ich mir, dies wäre mehr die Realität als die Verurteilung, die so oft vorkommt.

    Wach auf Gemeinde Jesu, die Zeit Kirche zu spielen ist vorbei (bzw. war natürlich nie da). Wir leben in so einer Welt voller Show (wo selbst die Fotomodells, retuschiert werden) wer will da wirklich echt sein?

    Du und ich?

  6. Hufi:

    Auch ich danke für die weisen Worte und mache dafür Werbung auf meinem Blog.

  7. Steffi:

    Amen.

  8. cate:

    dass was du sagst ist sehr aktuell.. ich wuerde dein eintrag gern ins englisch uebersetzen, und auf mein ami blog stellen. darf ich? (meine deutsche leser lesen alle eh dein blog) den link wuerd ich dir per mail schicken, die ist nicht im deutschen blogsphere (hoffe ich) bekannt..

  9. Haso:

    danke für die positiven feedbacks.

    @ cate: kannst du gerne machen.

  10. storch:

    das ist ein guter und weiser artikel, haso. ich könnt echt heulen wenn ich so was lese. ich weiss, dass ich der nächste sein kann dem das passiert (was ähnliches, nicht dasselbe) und dass ich gut aufpassen muss.
    hoffentlich wird er frei und gott kann ihn dahin zurückbringen von wo er gefallen ist. ich glaube, dass sich niemand von uns den druck der öffentlichkeit vorstellen kann unter dem er steht.
    ich nehme mir vor für ihn zu beten. das ist immer das beste gegenmittel gegen härte, kälte und selbstgerechte verurteilung.

  11. Kathrin:

    Danke für Deinen wunderbaren Text zu Ted Haggard. Mag komisch klingen, aber ich bin froh, dass es “solche” Christen gibt. Wir machen alle ständig und immer wieder Fehler und wir haben alle unsere angreifbaren Punkte. Es trifft jeden – mal sichtbarer, mal nicht. Aber man kann besser mit Dingen arbeiten, die man kennt und benennen kann. Und warum hätte Gott sonst für uns ALLE sterben müssen, wenn wir perfekt wären? Wir sind und bleiben Menschen, bis wir irgendwann im Himmel sind…

  12. arthur:

    sprichst auch mir aus dem herzen, danke… nehme mir(wie auch storch) vor für ted und seine familie zu beten…

  13. riverofgod » Blog Archive » Zum Thema Ted Haggard:

    [...] Zum Thema Ted Haggard habe ich lange überlegt, ob ich überhaupt etwas schreibe. Ich halte nicht soviel davon, die Fehltritte anderer Geschwister in der Luft zu zerfetzen. Haso hat auf seinem Blog nun meiner Meinung nach ausreichend und umfangreich Stellung zu Ted Haggard genommen. Ich kann mich voll hinter Haso’s Aussagen stellen und bitte euch, lest es durch und prüft es anhand der Bibel und dann handelt entsprechend. DANKE! [...]

  14. Stefan:

    vollste Zustimmung , ich wünsche mir mehr solche Meinungen.
    Ich war tief betroffen nach dem Lesen.

  15. dettijunior:

    danke für die weisen worte. sehr sehr ausgeglichener post. hab nicht nur über ted gelernt.

  16. Theo aus meinem Feedreader « Ute & Christian:

    [...] Danny “Sind wir nicht Heuchler?” (mehr zum “Thema Ted Haggard” z.B. bei Haso oder noch bei Peter Aschoff) [...]

  17. xtremotion » Blog Archive » Umgang mit Sünde:

    [...] Bin auf Hasos Tafel auf einen sehr langen und sehr nachdenkenswerten Beitrag zum Thema “Sünde” gestoßen. Ich muss echt sagen, dass mich sein Geschriebenes auf irgend eine Art und Weise fasziniert. >> Ted Haggard – doch noch ein Kommentar [...]

  18. georgos Weblog » Gnadenapostel:

    [...] Das Zitat findet ihr in seinem lesenswerten Post “Ted Haggard – doch noch ein Kommentar“, der sich mit dem Fall von geistlichen Leitern und Gnade beschäftigt. [...]

  19. Martin.D:

    Da ich, wie einige wissen, selbst einmal in einer vergleichbaren Situation gesteckt habe, möchte ich auch hier nur noch mal festhalten, dass es immer leicht ist, Dinge von aussen zu beurteilen.
    IN der Situation selber, fühlen sich Sachen oft ganz anders an, als man es tatsächlich vermuten mag.
    Ich hüte mich, genau wie du Haso, davor, ein schnelles Urteil zu fällen, weil ich aus meinem Leben sehr genau weiß, wie Dinge ganz schleichend plötzlich schief laufen, ohne dass man das wirklich will, wie aus einer wirklich guten, jesusmäßigen Einstellung, plötzlich schräge Entscheidungen rauskommen, die einen ganz langsam und unmerklich in eine falsche Richtung führen, in die man wirklich nie gehen wollte.
    Und Mr. S, den gibt es nämlich wirklich (manchmal scheinen Christen das zu vergessen) freut sich. Er ist der Vater der Lüge, und jeder hat ihm schon mal in seinem Leben geglaubt. Der eine mehr, der andere weniger.
    Gott gebraucht Schwule wie Lonnie Frisbee um eine riesen weltweite Bewegung zu gründen (Vineyard) und stirbt Jahre später einsam an AIDS. Er gebraucht auch Drogensüchtige um Jesus Freaks zu gründen. Er gebraucht Schwule Drogensüchtige wie Ted Haggard um eine der größten Gemeinden in den USA zu starten und zu leiten (ich übertreibe jetzt, keine Ahnung wie süchtig er tatsächlich ist). So what? So bekommt am Ende Gott die Ehre, denn es wird deutlich: Menschen hätten das nie hinbekommen. Sie fallen immer zu kurz. Aber Gott kannn das, eben auch durch schwache Menschen.
    Gordon MC Donald schreibt, wie ich finde, treffend zu der Sache mit Haggard:
    “And so I pray: Lord and Father, how sad you must be when you see the most powerful and the weakest of your children fall prey to the energy of sin and evil. There is nothing any one has ever done that we –each of us—is not capable of doing. So when we pray for our brother, Ted Haggard, we pray not out of pity or self-righteousness but with a humble spirit because we stand with him on level ground before the cross. Father, give this man and his wife the gift of your grace. Protect them from the constant accusations of the evil one who will seek to deny them sleep, tempt them to talk too much to the public, arouse conflict between them as a couple and with their children. Send the right people into their lives who can provide the correct mixture of hope and healing love. Deliver them from people who will curry their favor by telling them things they should not hear. Restrain them from making poor judgments in their most fearful moments.”
    Ich finde, er trifft da einen Punkt und ich bete mit ihm.

  20. Onkel Toby:

    “The Church SHOULD NOT produce positions that are simply too big for men to live in utter honesty.”

    Das scheint mir ein sehr wahrer Satz zu sein. Ich glaube auch, dass es einen direkten link von Macht zur Selbstherrlichkeit gibt, die sich dann gerne in Rigorosität manifestiert.

  21. Meine Gedanken zu Ted H. « Ute & Christian:

    [...] Es wurde schon einiges gepostet zu den Ereignissen um Ted Haggard (z.B. auf Hasos Tafel). Ich kannte den Namen eigentlich gar nicht … Evangelikale sind in Europa halt einfach nicht so present … auch nicht die aus den USA. Da jetzt aber der ein oder andere darüber postet, habe ich den Mann und seine Geschichte ein bisschen kennengelernt. [...]

  22. MetalMarkus:

    guter Kommentar!
    lustig fand ich das mit den “Wächtern des Bayrischen Waldes”
    ;)

  23. TochterGottes:

    der text hat mir echt geholfen. denn ich mache mir auch sorgen darüber ob und wann und inwiefern man als christ andere für irgendwas verurteilen darf oder sollte. mir fällt es oft schwer das nicht zu tun, obwohl ich selbst doch oft genug an jesus vorbeirenne.

    ich habe eine frage: wieso ist das so, dass man selbst mit den dingen probleme kriegt, die man an anderen kritisiert hat? das klingt krass und fast wie ein fluch. meinst du gott lässt das so passieren, denn es heißt ja so wie man andere verurteilen wird gott einen verurteilen. oder ist das einfach so in der psyche des menschen veranlagt…
    es heißt ja auch man kritisiert an anderen immer das was einen an einem selbst stört.

    mich jedenfalls verunsichert und verängstigt das auch ein bisschen.

    wo wären wir alle ohne gnade?
    gäbe es hoffnung mit all der sünde in dieser welt ohne die geile gesegnete gnade von unserm daddy?

    wie gut dass ich mir diese fragen nicht stellen muss, denn zum glück gibt es dinge wie vergebung.

    lasst uns nicht aufgeben, leute

    seid alle ganz fett gesegnet!

  24. Schoko:

    Danke für den Text.Ich kannte die Geschichte nicht.Eigentlich ist schon alles gesagt,
    Mich hat es nur an mich erinnert und daran, wie sehr man sich den buckel vollügen kann.Klar fühlen sich andere Enttäuscht und betrogen.Aber ich erschrecke darüber wie krass ich mich selbst belügen kann.Das Brett vor dem eigenen Kopf macht schon extrem blind.Gott warnt uns, die andern zu verurteilen, weil wir selbst ein Brett vor dem Kopf haben.Aber ich brauche dringend andere die mich auf meine blinden Flecke hinweisen.Wo Leute sich über lange Zeit selbst belügen, funzt Gemeinschaft oft nicht.

  25. mesii:

    amen….
    sehr wahr.
    danke.

  26. Martin:

    Leider wahr! Wir reden über Gnade, aber wir lassen sie andere nicht spüren. Wir behaupten “voll von Gottes Liebe” zu sein, aber entweder entfernen wir uns von solchen, die vom Glauben abkommen oder von solchen die Gott nicht angenommen haben, noch schlimmer: Wir bauen unaufrichtig Freundschaften mit ihnen um ein zeugnisgebendes Leben präsentieren zu können. Johannes 13,35 sagt dass die Welt uns als Nachfolger von Jesus erkennen wird NICHT durch unser Beten, unser Bibellesen oder weil wir ein top-ausgerichtetes Sündenerkennungs-Radar haben, sondern durch unsere Liebe füreinander.

    //Ein Spielfilm der das humorvoll und tiefgreifend auf die Schippe nimmt ist “Saved – Die Highschool Missionarinnen”. Sehr aussagekräftig. Mit Wiedererkennungseffekt! Lohnt sich einmal für Gemeinde, Jugend… Wenn du’s dir einmal anschauen möchtest – verleihe die DVD auch. -mwinkler@web.de

  27. Haso:

    vielen dank für alle feedbacks und gedanken. und ein herzliches willkommen an alle erstkommentierer.

    @ martin d.: danke für deine anmerkungen aus deiner eigenen geschichte heraus. der text von gordon mcdonald ist wirklich gut.

    @ tochtergottes (schöner name): es gäbe zu deiner frage manches zu antworten. ich beschränke mich jetzt auf zwei gedanken. (1) manchmal ist die krasse art, mit der wir irgendwelche dinge attackieren, schon ein ausdruck unserer eigenen gefährdung. kinder pfeifen bekanntlich mutig im keller, um ihre angst zu überlagern. allzu heftig auf bestimmte sünden zu schimpfen, kann ein ähnlicher mechanismus sein. (2) die tiefere antwort ist diese: wir brauchen mehr bewahrende gnade, als uns oft bewusst ist. man kann aber gnade nicht teilen: ich kann nicht zu gott in einer beziehung der gnade stehen und zu meinem nächsten in einer beziehung von ungnade. in den bereichen, in denen ich andere verurteile, beeinträchtige ich meinen eigenen “gnadenschutz”. von daher bin ich in diesem bereich gefährdeter als in anderen, wo ich mich mehr auf dem terrain der gnade bewege.

    @ martin w.: danke für den filmtip. werd mal schauen, ob ich den hier auftreiben kann. sonst komme ich vielleicht auf dein angebot zurück.

  28. cate:

    bei den film war meine gedanke “wow… der drehbuch autor ging bestimmt auf mein high school.” deshalb wars echt krass… aber manche witze sind echt nur auf englisch deutlich, da es viele “puns” enthaelt..

  29. Ron:

    Ja die letzten kommentare sind schon sehr lange her.
    Aber ich bin der Meinung, dass dieses Thema für alle christlichen Kirchen von Bedeutung ist.

    Der Fall Ted Haggard zeigt ganz klar die Situation eines gläubigen Christen:
    An der Oberfläche sind alle fromm und glauben an Gott mit vollster Hingabe. Geht jeden Sonntag zum Gottesdienst, versuchen Leute für Christus zu gewinnen.
    Aber wenn diese Gläubigen durch die Hintertüre treten, dann ist keine Moral mehr da, da tritt das Unbewusste zu Tage.

    Das ist ein Grund, warum ich der Überzeugung bin, dass es sowas wie Erlösung nicht gibt!
    Jesus starb nicht für uns am Kreuz, das ist lächerlich, kindisch,,
    Aber für mich ist es in Ordnung, wenn es Menschen gibt die an dieses oder jenes Glauben.
    Solange sie mich nicht auch haben wollen!

  30. Haso:

    @ron: danke für deinen kommentar. es ist in der tat etwas außergewöhnlich, nach so langer zeit noch einen kommentar zu einem post zu bekommen.

    du wirst deine gründe und vermutlich auch vorerfahrungen haben, die dich zu deiner position geführt haben. das kann ich auch stehen lassen.

    ich finde es nur schade, dass du pauschalisierst: sie “sind alle fromm”, aber nach der kirche “ist keine moral mehr da”. das würde ich so nicht stehen lassen – abgesehen davon, dass ich auf moral auch gar nicht aus bin, sondern auf nächstenliebe.

  31. Martin Dreyer:

    Ich hab noch nicht geschnallt, wie man einen Blogeintrag von mir hierher verlinkt, aber es gab letzte Woche das erste Interview mit Ted Haggart bei Opera im TV. Es bestätigt für mich einiges von dem, was auch hier geschrieben wurde, auch wenn ich im Rückblick das Gefühl habe, der Typ ist noch nicht 100% durch mit der Sache. Aber ich wünsche es ihm.

    [...]Ich hab hier ja schon mal von der Geschichte mit Tad Haggart in meinem Blog berichtet.

    Wen es interessiert: Vor Kurzem gab es das erste Interview, bei Operah Winfrey, einer ziemlich angesagten Talkelse in den USA. Wenn es interssiert, kann es hier noch mal sehen.

    Ich hab keine “Boulevard” Interesse an der ganzen Geschichte, aber ich kann mir gut vorstellen, wie er in die Sache rein gerutscht ist. Und ich behaupte mal, dass sowas sehr vielen Leuten passieren kann, die noch heute auf den vielen Kirchenbühnen stehen und predigen, auch in Deutschland. [...]

Einen Kommentar hinterlassen:

Using Yaletown Theme for Wordpress.