März
2007
Hasos Küche
Die Stöcke fliegen wieder. UPLOAD warf den ersten. Irgendwann kam einer zu DoSi. Und der will jetzt von mir wissen, wie und mit welchen Mitteln ein Gericht auf meine Tafel kommt. Schauen wir also in Hasos Küche.
1. Woher kommen meine Zutaten?
a) Meine Vorratskammer
Wes mein Herz voll ist, des bin ich mein Leben lang übergeflossen. Ich predige und lehre gern, und anfänglich sah ich in meinem Blog so etwas wie die Fortsetzung der Kanzel mit anderen Mitteln. Das spielt heute nur noch am Rand eine Rolle.
Die Gründe: (1) Geschriebene Predigten entsprechen nicht der Bedürfnislage der Blogosphäre. Wer mich an 33. Stelle in seinem Feedreader stehen hat, sucht nicht nach einem abgerundeten ausufernden Essay. (2) Themen so auszuformulieren, dass sie inhaltlich und sprachlich rund sind, ist zu aufwändig, um daraus eine regelmäßige Einrichtung zu machen.
Deshalb kommt auf meine Tafel nur noch selten ein größeres Gericht. In der Regel serviere ich Fingerfood, Snacks und Appetithäppchen.
b) Elias Raben
Meine besten Ideen – oder was ich selbst dafür halte – werden mir zugetragen, wie das Brot und Fleisch dem Elia. Ich finde sie als Intuition plötzlich in mir vor und weiß hinterher selbst nicht mehr, wie ich darauf gekommen bin. Interessanterweise gilt das nicht nur für geistliche Einsichten, sondern ebenso für Nonsense und Blödelei.
c) Meine Beute
Ich führe mein Leben wie einen Streifzug, bei dem ich auf Beute aus bin. (1) Durch Google Reader behalte ich viele Blogs, Nachrichtendienste und alles mögliche, was sonst noch so feedet, im Auge. (2) Bei meinen zahlreichen Wegen durch die Stadt begleitet mich meine Digitalkamera. (3) Im meinem Leben passiert das eine oder andere, was eine Meldung oder einen Kommentar lohnt.
d) Mein Kühlschrank
Nicht alles, was man nach Hause bringt, kann gleich verarbeitet werden. Also wird gelagert. Webfundstücke kommen entweder in meine nützlichste Firefox-Erweiterung (Scrapbook) oder werden bei Del.icio.us für mich aufbewahrt. Für Fotos stellt Flickr mir ein Kühlfach zur Verfügung.
2. Wie bereite ich zu?
a) Rohkost
Manches ist so, wie ich es finde, verträglich und genießbar. Es kommt unbearbeitet auf den Tisch, es sei denn, es steht unter Copyright. Dann bekommen meine Gäste nicht mehr als eine Wegbeschreibung zum jeweiligen Laden oder Restaurant (auch Link genannt).
b) Gegartes
Anderes muss in meinem Kopf gegart werden. Das geschieht meist, während ich unterwegs bin. Ich bin nicht am kreativsten, wenn ich vor meiner Tastatur sitze, sondern wenn ich laufe oder fahre. Dabei gehe ich mit meinen Ideen schwanger; die Tastatur ist später lediglich der Kreißsaal, in dem das bereits fertige Baby auf die Welt kommt – meist nicht ohne letzte Wehen. (Man verzeihe mir die üble Mischung zweier Vergleiche.)
In diese Rubrik gehören sowohl meine eigenen Ausführungen zu Themen, die ich wichtig finde, als auch meine Kommentare zu säkularen und sakralen Vorgängen.
c) Garniertes
Wenn vorhanden, füge ich Bilder oder Grafiken hinzu. Das Auge isst bekanntlich mit.
3. Wie trage ich auf?
Eine Zeitlang habe ich meist mit Blogdesk angerichtet. Seit ich unter Linux schreibe, fehlt mir das entsprechende Gegenstück. Performancing (als Firefox-Erweiterung) hat noch nicht mein Herz gewonnen. Deshalb benutze ich jetzt in der Regel wieder den Wordpress-Editor.
Da die meisten Leute, die ich beworfen hätte, dieses Stöckchen bereits erhalten haben und Storch erst ab Mai wieder bloggt, behalte ich meinen Stock für mich und werfe nicht weiter.
Haso
Erlebtes, Getextetes
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