31
Januar
2006

Ich bin eine Schnittstelle

Eine der wichtigsten Entdeckungen, die ich in den vergangenen Jahren gemacht habe, war die Entdeckung meines eigenen Geistes. Dabei war ich – theoretisch – schon lange Trichotomist gewesen.

Als Trichotomie bezeichnet man alle möglichen Arten von Dreiteilung. Wenn du deine Umgebung einteilst in Menschen, die du bewunderst, Menschen, die du verachtest, und Menschen, die du als ebenbürtig ansiehst, bist du ein sozialer Trichotomist. Für mich gibt es den Sport, den ich betreibe (Schach), den Sport, den ich mir anschaue (Fußball) und den Sport, der mich nicht interessiert (der Rest). Also bin ich ein Leibesübungs-Trichotomist. In der Lehre vom Menschen heißt schließlich der ein Trichotomist, der unsereins in Geist, Seele und Leib einteilt und dabei Seele und Geist als verschieden ansieht. (Klar, denn sonst kommt man nicht auf drei.)

Ich bekenne mich also der Trichotomie im letzteren Sinn schuldig. Das ist keine Bagatelle. Immerhin hat das Vierte Konzil von Konstantinopel (869-870) meinesgleichen als Ketzer verurteilt. Sei´s drum – heute droht mir kein Scheiterhaufen, sondern höchstens ein kritischer Kommentar, über dessen Zulassung ich dank Wordpress souverän entscheiden kann. Kein Grund, meine Überzeugung zu verhehlen.

SSBNun möchte ich gleich die Befürchtungen einiger Leser zerstreuen – oder auch die Hoffnungen anderer zunichte machen. Es folgt jetzt kein theologische(r/s) Traktat. Üblicherweise pflegt man in solchen Traktaten wie folgt vorzugehen: Man zitiert die Bibelstellen, die für eine Unterscheidung von Geist und Seele im Menschen sprechen, und druckt sie fett (1.Thess 5,23; Hebr 4,12; 1.Kor 2,14-15 GNT). Man erwähnt andere Stellen, die (scheinbar) für eine Zweiteilung sprechen, und erklärt sie so lange, bis sie sich in nichts auflösen (2.Kor 4,16; 1.Kor 7,34; Röm 8,10). Man beruft sich auf Angelianistos Pneumakaipsychostis und andere theologiegeschichtliche Größen, die die eigene Position mit vorbildlicher Klarheit begründet haben. Nebenbei zeigt man, wie sehr man den verderblichen Irrtum von Haeresiamistus Falsifikanta und anderen Vertretern der Dichotomie durchschaut. Am Ende ist man schlau und rechtgläubig.

Das ist weder Hasos Denke noch Hasos Schreibe. Ich bin kein trichotomischer Apologet, der andere auf Biegen und Brechen überzeugen will. Wenn du den Menschen nur zweiteilst, werde ich mich weder mit deinem Körper noch mit deiner Seele anlegen. Ich will “Geist” nicht verfechten, sondern praktizieren. Und dazu hilft mir das Gleichnis von der “Schnittstelle” mehr als exegetische und dogmatische Scharmützel.

Eine Schnittstelle schneidet nicht, sondern verbindet

Eine Schnittstelle ist laut Wikipedia “ein Teil eines Systems, das dem Austausch von Informationen, Energie oder Materie mit anderen Systemen dient”.

USBEin Beispiel für eine Schnittstelle, mit dem du vermutlich vertraut bist, ist der Universal Serial Bus (USB). Bei dir zu Hause steht das eine System, dein PC. Auf diesem System sind viele Stunden Musik gespeichert, nicht als Töne, sondern als Informationen (in MP3-Dateien). Wenn du mit der Tram zur Uni fährst, nützt dir das nicht viel. Dort hast du vielleicht ein anderes System um den Hals baumeln, deinen MP3-Player. Das nützt dir auch noch nichts, wenn die begehrten Informationen weiterhin auf dem System “Rechner” lagern. Irgendwie müssen sie rüber auf das Ding vor deiner Brust.

Dazu legst du nicht den Player eine Nacht lang auf das Gehäuse deines Computers. Informationen werden nicht durch Nähe, sondern durch Schnittstellen übertragen, in diesem Fall durch den USB. Player reinstecken, MP3 rüberkopieren, Player rausziehen, Player mitnehmen, Player einschalten, Musik zu laut hören – das alles ermöglicht die eine Schnittstelle.

Nun sage ich nicht, PC und MP3-Player seien unwichtig. Im Gegenteil – beides gehört heutzutage zum Existenzmininum. U-Bahn ohne Musik ist ein hartes Los. Trotzdem gibt es wichtigere Systeme. Eins davon ist der “Himmel”, nicht der im astronomischen Sinne, sondern die unsichtbare Welt Gottes. Dort sind Informationen und Energien ohne Ende gespeichert. Einer, der kurz reingeschaut hat (2.Korinther 12,2), hat nach seiner Rückkehr berichtet, dass in diesem System alle “Segnungen” zu finden sind, die wir je brauchen können (Epheser 1,3). Also alles, was uns hier helfen würde und unsere Lebensqualität steigert, liegt dort auf Halde.

Das Problem ist nur, wir sind nicht dort, sondern sitzen auf dem System “Erde” wie der Student in der Tram. Wie kommen wir ran an den Segen? Er kann ja gar nicht weit weg sein, denn Jesus hat erklärt: Das System “Reich Gottes” ist nahe (Markus 1,15). Und laut Paulus ist Gott “keinem von uns fern” (Apostelgeschichte 17,27). Doch mit Himmel und Erde ist es wie mit PC und MP3-Player: Informationen und anderes werden nicht durch Nähe übertragen, sondern durch Schnittstellen. Wenn Leute klagen, wo denn Gott in ihrem Fall gewesen sei, hat es nicht an einem barmherzigen Gott gefehlt, sondern an einer Schnittstelle.

Ich kenne zwei solcher Schnittstellen. Die eine sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt, und um ernsten Bibelforschern wie Storch Stoff zum selbständigen Weiterdenken zu geben. Ich meine den “offenen Himmel” mit der “Himmelsleiter”, die schon zu Jakobs Zeiten Himmel und Erde miteinander verband (Genesis 28,12). Im Leben Jesu bewährte sie sich erneut als Schnittstelle (Johannes 1,51). Einen “offenen Himmel” habe ich zum Beispiel 1999 in der Toronto Airport Christian Fellowship erlebt. Der Austausch an Informationen und Energien zwischen Himmel und Erde war enorm.

Die andere Schnittstelle zwischen der unsichtbaren Welt Gottes und der sichtbaren irdischen Welt bin ich – nicht nur, aber auch. Genauer gesagt: jeder “wiedergeborene” Christ ist solch eine Schnittstelle, wenn man unter einem “Wiedergeborenen” mehr versteht als jemanden, der in einer schwachen Stunde bei einem evangelistischen Event ein Entscheidungskärtchen ausgefüllt hat und jetzt in der Statistik als “Born Again” erscheint.

Zu solch einer Schnittstelle tauge ich, weil ich beiden Systemen angehöre. Ich wurde nämlich in beide hineingeboren. Meine Geburt ins System “Welt” geschah 1953. Über dieses Ereignis sagt Jesus ernüchternd: “Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch.” Soll heißen: alles, was ich durch meinen Vater und meine Mutter bin, ist irdisch. Dazu gehört nicht nur mein Körper, sondern auch das, was man Seele nennt. Gut rechnen konnte ich lange vor meiner Wiedergeburt, melancholische Gefühle waren mir auch ohne neues Leben vertraut, Licht und Schatten eines begeisterungsfähigen, aber undisziplinierten Willens begleiteten schon den Heiden Haso. Daran änderte sich auch nicht direkt etwas, als ich Christ wurde. Was vom Fleisch geboren ist, ist nicht nur Fleisch, sondern bleibt auch Fleisch. Eine Wahrheit, der jeder Nachfolger Jesu gestresst zustimmen wird.

Meine Geburt ins System “Himmel” geschah 1974. Am 1. November dieses Jahres wurde ich nicht “aus Mutti und Papa”, sondern “aus Gott” geboren. Über dieses Ereignis sagt Jesus begeistert: “Was aus Geist geboren ist, das ist Geist.” Gottes Leben kam in mich hinein. Mein Geist wurde lebendig. Ich als Geist gehöre jetzt zum System “Welt Gottes”. Wow!

Allerdings muss ich zugeben, viele Jahre habe ich daraus wenig Nutzen gezogen. Erst in den letzten Jahren habe ich entdeckt, wie real dieser Geist ist, welche Fähigkeiten er hat, und vor allem, wie ich ihn von meiner Seele unterscheiden, ihn ernähren, trainieren und gezielt einsetzen kann. (Vielleicht poste ich darüber bei anderen Gelegenheiten mehr.) In diesem Prozess ist mir immer mehr aufgegangen, dass mein Geist ein Teil eines Systems [des himmlischen] ist, das dem Austausch von Informationen oder Energie mit einem anderen System [dem irdischen] dient – also genau das, was Wikipedia eine Schnittstelle nennt.

Als Teil des Himmels kann mein Geist von Gott Informationen empfangen und seine Energien aufnehmen. Und da ich trotz aller Trichotomie nicht schizophren bin, sondern eine Person, in der Geist und Seele enger miteinander verbunden sind als USB-Stecker und Buchse, können jetzt diese himmlischen Informationen und Energien an Seele (und Körper) weitergegeben werden. Dort werden sie bewusst und spürbar. Von dort aus können sie die sichtbare Welt erreichen und beeinflussen. (“Offenbarung” nennt man es, wenn Gottes Informationen aus meinem Geist in mein Bewusstsein aufsteigen. “Kraftwirkungen” nennt man es, wenn – leider noch viel zu wenig – Gottes Energien aus meinem Geist durch meine Hände zu anderen Menschen fließen.) Der Himmel ist in mir, und er kommt durch mich auf die Erde.

Ich bin nicht ein “Wanderer zwischen den Welten”, sondern ein Bindeglied. Mein Geist ist eine Schnittstelle zwischen Himmel und Erde. Die Auswirkungen sind noch steigerungsfähig. Aber die Sache steht.

Eins der wichtigsten Gebete in der Bibel beginnt mir den Worten: “Er (Gott der Vater) gebe euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, mit Kraft gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inneren Menschen” (Epheser 3,16). Schnittstellen können unterschiedlich leistungsfähig sein. USB reicht für Drucker, aber nicht für Monitore. Je stärker unser innerer Mensch, unser Geist, wird, desto mehr Himmel kann auf die Erde kommen. Deshalb lasst uns ausnutzen, was den Geist fördert, von Ora et Labora bis zu Wort und Geist.

12 Kommentare

  1. lupita:

    Mich begeistern deine Texte und hochaktuellen nachvollziehbaren Analogien. Ich verstehe einiges mehr und fühle mich nicht religiös zugetextet. Ich “benutze” dich quasi als meine “stille Zeit”. Und den Storch auch.

  2. Joshua:

    Sehr interessant und sprachlich ansprechend dargelegt. Auch ich sehe in der Bibel eindeutig die Dreiteilung des Menschen (und wäre sogar jemand, der andere davon zu überzeugen suchen würde – weil es so gut und wichtig ist!). Preis dem Herrn, dass wir jetzt ihm gehören und zu seiner Welt gehören – und das in dieser irdischen Welt leben und erleben dürfen. Gott ist super! :-)

  3. storch:

    hi haso,
    da warst du schneller und hast die diskussion eröffnet. wobei, wenn ich das hier so lese gibt es vermutlich kaum stoff für eine diskussion. da haben wir vermutlich nur in schattierungen unterschiedliche ansichten.
    ich glaube, was mich an manchen trichotomisten stört ist die extremheit, mit der “geist” überbetont wird. das geht ja teilweise bis in gnostisches gedankengut hinein. wenn einheit gegen dreiheit ausgespielt wird kann ich nicht mehr mit, aber das sehe ich in diesem post gar nicht.

    gerade in der thessalonicherstelle wird ja der ganzheitgedanke ebenso deutlich wie der dreiheitsgedanke: “…heilige euch ganz und gar”, schreibt die einheitsübersetzung. also ganz, mit haut und haar, von kopf bis fuss, körper – seele – geist. da ist beides drin, aber meistens wird nur die dreiteilung (ist sie das, eine teilung?) betont. naja, irgendwann in den nächsten tagen wird es einen trackbak geben!

  4. storch:

    habe das vierte konzil eben bei wikipedia nachgelesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Viertes_Konzil_von_Konstantinopel. da steht was von photius´ zweinaturenlehre. ist das nicht was anderes als trichotomie?
    fragend. interessiert. wissbergierig,

    storch

  5. Haso:

    solch ein fragender, interessierter, wissbegieriger leser freut mich. da muss ich fix antworten. verurteilt wurde nicht die zweinaturen-, sondern die zweiseelenlehre des photius. was der spätere trichotomist geist nennt, war bei photius die höhere geistseele, was er seele nennt, war bei photius die niedere irdische seele. die begrifflichkeit ist etwas anders, die sache ist gleich.

    allerdings wurde, wie du selber gesehen hast, photius 879 rehabilitiert. ich gehe davon aus, das gilt auch für mich. somit ist folgende aussage des vierten konzils von konstantinopel auch für haso hinfällig.

    “Daher beeilt sich diese heilige und universelle Synode, diese nichtsnutzige Meinung, die da keimen will wie das übelste Unkraut, auszureißen, und indem sie in der Hand die Wurfschaufel der Wahrheit trägt und die ganze Spreu einem unauslöschlichem Feuer übergeben und die Tenne Christi rein machen will, verflucht sie die Urheber und Vertreter dieser Gottlosigkeit und alle, die in diesen Dingen Ähnliches gelten lassen, mit lauter Stimme.”

    die laute stimme schweigt wieder. glück für haso.

  6. georgos:

    Haso, sicherlich weißt du, dass ich deine Gedanken zur Trichotomie sympathisch finde. Sehr gelungen ist das USB-Schnittstellenbeispiel.

    Im Laufe der Jahre frage ich mich nur, welche Auswirkung eine Unterscheidung von Dicho- und Trichotomie in Lehre und Leben eigentlich hat. Klar, ich kann den Leuten anschaulich erklären, wie sie geschaffen sind und funktionieren. Und es macht hin und wieder einfach Spaß, mal zu “theologisieren”. Zur Zeit denke ich aber, dass das völlig egal ist, welcher Lehrmeinung man eigentlich angehört. Irgendwie erinnert mich das an die Physiologie. Schon toll, wenn man weiß, wie die ganzen Organe funktionieren. Aber auf mein alltägliches Leben hat es keine Auswirkung, was z.B. die Milz ist, was sie tut usw. Klar sollte ich wissen, was mir schadet und gut tut. Aber ist das nicht schon wieder ein anderes Level?!

    Es gibt sicherlich einige Leute, die einfach auf “Lehrhaftes” abfahren und aufgrund dessen einfach von Gott begeistert sind (der Medizinstudent).

    Oder gibt es Punkte, bei denen du die Trichotomie für absolut wichtig erachtest? Konkret: gibt es einen wirklichen Mehrwert für Otto Normal-Lobpreiser?

    Gruß – George

  7. haso:

    hi george,

    gute frage und beobachtung. kurz ein paar statements.

    1) unser leben wird nicht dadurch verändert, dass wir drei kreise an die tafel malen.

    2) viele auswirkungen unseres geistes erleben wir unabhängig von unserer anthropologie, einfach weil der geist da ist und durch ihn christus in uns. wenn otto normal-lobpreiser normal lobpreist, wenn otto normal-bibelleser normal die bibel liest, wenn otto normal-beter normal betet, wenn otto normal-nachfolger normal nachfolgt, passiert etwas im leben, ohne dass man genau analysieren muss, was jetzt genau im geist los ist.

    3) an einer rein theoretischen (theologischen / exegetischen) unterscheidung zwischen dicho und tricho bzw. zwischen seele und geist habe ich wenig interesse.

    4) wenn es aber gelingt, seele und geist in uns sehr viel stärker zu unterscheiden (nicht als lehrsatz, sondern durch direkte wahrnehmung) und den geist sehr viel gezielter einzusetzen, hat das interessante praktische auswirkungen. ich hoffe, dazu in zukunft einiges mehr zu posten.

    liebe grüsse, haso

  8. georgos:

    Na, dann bin ich mal auf deine Posts gespannt.
    Gruß aus Pforzheim nach Berlin!

  9. storch:

    ich denke, dass der unterschied in hebräer 4,12 gravierend und gewaltig wird. es geht darum, nicht die seele mit dem geist zu verwechseln, also nicht unsere gefühle mit gottes lenkung. meiner ansicht nach leben die meisten christen zwar im geist, wandeln aber in der seelischen erkenntnis (vg. gal 5,25). wenn das praktisch wird, verändert sich das leben komplett.
    das ziel der theorie ist die praxis, aber oft hilft es, erst einmal die theorie zu verstehen, bevor wir zur praxis kommen können. wenn wir nicht wissen, dass wir einen geist haben, werden wir nihct in ihm wandeln!

  10. storchs blog » Blog Archive » paradoxe Anthropologien:

    [...] Früher war Anthropologie (die Lehre vom Menschen) für mich ein hauptsächlich biologisches und philosophisches Thema. Dabei verschmelzen beide Bereiche immer wieder, gerade wenn es um die wirklich wichtigen Fragen geht: „was ist es, was den Menschen zum Menschen macht?“, „Ist Humangenetik ethisch vertretbar oder nicht?“. Gelegentlich tauchen auch historische Themen auf, wenn man beispielsweise Gehlen liest oder etwas über die Eugenik des Dritten Reiches. Zu den biologischen Fragen kann ich Euch einen längeren Besuch im Hygienemuseum in Dresden empfehlen, vor nicht langem war ich erstmalig da und ich bin echt begeistert. In letzter Zeit betrifft und beschäftigt mich das Thema mehr und mehr aus theologischer Sicht. Biblisch betrachtet ist ja gerade die Frage nach der Einheit des Menschen angesichts der dicho- oder trichotomischen Menschenmodelle der Bibel interessant. Durch eine teilweise Überbetonung oder sogar richtiggehendes Falschverstehen macher glaubensbewegter Geschwister hat das Thema in den letzten Monaten erneut Brisanz bekommen. Irgendwann werde ich darüber posten, aber für heute reicht es, dass ich scheinbar zwei völlig gegensätzliche anthropologische Grundmodelle vertrete und lebe. Bei genauer Betrachtung geht das nicht nur mir so sondern den meisten Christen. Wir gehen davon aus, dass der Mensch von sich aus böse ist. Paulus bringt es im Römerbrief auf einen guten Punkt: ich weiss dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt“ (Römer 7,18). Das ist ein Grundgedanke, den er im Römerbrief von verschiedenen Seiten immer wieder neu beleuchtet. Später wurde diese These, nicht zuletzt durch Augustinus, immer mehr erläutert, durch eine durchdachte „Erbsündenlehre“ untermauert und schliesslich unumstössliches Dogma der meisten Christen. ich sehe das genauso: der Mensch ist von Grund auf schlecht, anders kann ich mir diese Welt nicht erklären! In der Praxis gehen wir aber ganz anders an den Menschen heran. Da suchen wir meist das Gute in ihm. Wir vertrauen darauf, dass er zu guten Entscheidungen fähig ist und sehen in jedem Täter noch das Opfer. Wie oft habe ich schon von Gott Eindrücke bekommen, die mir gezeigt haben warum ein Mensch sich so oder anders verhält? Wie oft habe ich mir dann gesagt: „Gerechtigkeit sieht die Tat; Liebe sieht die Hintergründe?“ Wie es scheint gehen unsere theologische Theorie und die praktische Theorie auseinander. Wir sehen den Menschen mit Augustinus und behandeln ihn nach Rousseau. Trotzdem erzielen wir mit diesem Vorgehen, theoretisch und praktisch, gute Resultate. Die Frage, die ich mir stelle ist ob es möglich ist, eien Theorie aus einem Guss zu haben, in der wir den Menschen in der als grundschlecht sehen und in der Praxis auch so behandeln, ohne dabei die Liebe und den Dienst zu vergessen. [...]

  11. Trichotomie oder Trinität – die Schönheit des Simplexen:

    [...] machen, die die Bloggosphäre eine Weile beschäftigt haben: zunächst einmal Hasos Eintrag “ich bin eine schnittstelle” und eine etwas ältere Diskussion bei Bernhard. Josha hat auch einige bemerkenswerte Posts [...]

  12. paradoxe Anthropologien – die Schönheit des Simplexen:

    [...] betrachtet ist ja gerade die Frage nach der Einheit des Menschen angesichts der dicho- oder trichotomischen Menschenmodelle der Bibel interessant. Durch eine teilweise Überbetonung oder sogar [...]

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