September
2007
Wie Haso die Geister unterscheidet
Einem andern [wird vom Geist] die Fähigkeit [geschenkt], die Geister zu unterscheiden. 1.Korinther 12,10
Ich bin “ein anderer”, vermute ich einfach mal. Ich unterscheide Geister. Ich tue es allerdings anders als manche andere, die diese Gabe auch haben. Oft sind mir Leute begegnet, die mit dieser Gabe das Falsche oder Böse aufspüren. Sie haben eine gute Nase dafür, wo es nach Schwefel riecht. Sie lassen sich von einer frommen Fassade nicht blenden, sondern identifizieren religiöse Geister. In der Seelsorge durchschauen sie schnell, welche Mächte hinter einem Problem stecken. Als Fürbitter sind sie Freibeter.
Ich sage nicht, dass dies nicht zum rechten Gebrauch der Gabe gehört – auch wenn es in der Praxis an manchen Stellen Übertreibungen gibt und mancher Gabenträger ein geistliches Vergrößerungsglas und Spiegelkabinett mit sich trägt, so dass er größere und mehr Geister sieht, als tatsächlich vorhanden sind. Aber mein Schwerpunkt ist ein anderer.
Ich habe im Verlauf meines Lebens festgestellt, dass ich mit dieser Gabe den Geist Gottes da erkennen kann, wo er nach meiner Theologie eigentlich nicht sein dürfte oder wo negative Begleitumstände es mir natürlicherweise schwer machen, ihn zu entdecken. Kurz gesagt, ich benutze diese Gabe, um Gutes zu finden.
Die erste Gemeinde war nur durch diese Gabe fähig, ihre theologischen Begrenzungen zu durchbrechen. Drei Jahre mit Jesus hatten nicht bei allen Jüngern gereicht, einen gewissen “Judaismus” zu überwinden. Immer noch hielten viele es nicht für möglich, dass man Jesus ohne Synagoge erfahren konnte. Ihre Theologie und ihr Verständnis des AT hatten keinen Raum für “Heidenchristen”.
Die Öffnung geschah nicht durch Bibelstudium. Sie kam durch die “Unterscheidung der Geister”. Die biblische Begründung wurde erst nachträglich gefunden. Petrus ging zu Cornelius und stellte fest, dass der Heilige Geist auf die römischen Zuhörer kam. Jahre später konnte er mit der Erinnerung an diese Erfahrung den theologischen Mob beruhigen (Apostelgeschichte 15,5-11). Erst danach lieferte Jakobus die entsprechende biblische Begründung (Apostelgeschichte 15,15-18).
Selbst dann war es für die Gemeinde aus Jerusalem nicht einfach, die Tatsache zu akzeptieren, dass ein Heide einfach so an Jesus gläubig werden konnte. Wenn sie zerstreut wurden, “verkündigten sie das Wort niemandem als allein den Juden” (Apostelgeschichte 11,19). Als in Antiochien einige von ihnen dieses Muster durchbrachen und auch “den Griechen das Evangelium des Herrn Jesus predigten” (Apostelgeschichte 11,20), hielt die Gemeinde in Jerusalem es für nötig, dieses seltsame Phänomen einer theologischen Begutachtung zu unterziehen, und schickte mit solchen Auftrag Barnabas zu den “jungen Wilden”.
Als dieser dort hingekommen war und die Gnade Gottes sah, wurde er froh. Apostelgeschichte 11,23
Es scheint, er war unterwegs noch nicht froh, sondern besorgt. Aber er war ein Mann “voll Heiligen Geistes”, und so “sah” er, dass Gott in der Sache war. Er konnte “Gnade” wahrnehmen, auch wo es dafür in seiner bisherigen Theologie und seinem überlieferten Bibelverständnis noch keinen Platz gab.
Ich versuche, es ihm nachzutun und die “Gnade” zu finden, wo andere sie (noch) nicht sehen können.
Haso
Hasos Glaube
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Wo hast Du sie denn schon gesehn? Hat was mit deiner Predigt zu tun, gelle?! Konnte die gestern leider nicht zuende anhören und im Büro gehts schlecht *g* Werd ich heut nachholen.
LG
TrüLo
mukama yebasibwe! Praise the LORD! Das ist die Einstellung, die so vielen abgeht. Wir brauchen ERMUTIGER und HOFFNUNGSENTDECKER und -TRÄGER. Denn Mecker-Menschen gibt es schon genug! Paulus schreibt im Philipperbrief, dass wir das in Betracht ziehen sollen, was gut und erbaulich ist. Also suche und finde bitte weiter, lieber Haso, die Welt und auch unsere Gemeinden brauchen Menschen wie Dich, die diese Gabe haben und leben!
Ich liebe diesen Kommentar!
Ich möchte wirklich lernen, Gottes Geist statt den Geist des “Anderen” zu sehen, überall, wo er weht.
Danke, Haso.
[...] las ich einen Blogeintrag von Haso, in welchem er unter anderem schrieb: “Ich habe im Verlauf meines Lebens festgestellt, dass [...]